Rückblick: Werkstattgespräch „MEMES: Kunstform im öffentlichen digitalen Raum?“
Am 29. August 2024 fand das von YouTransfer e.V. organisierte Online-Werkstattgespräch „MEMES: Kunstform im öffentlichen digitalen Raum?“ statt. Die Veranstaltung beleuchtete die kulturelle und ästhetische Bedeutung von Memes und ihre Rolle als künstlerisches Ausdrucksmedium in digitalen Öffentlichkeiten.
Memes als künstlerisches Werkzeug?
Den Einstieg in die Diskussion lieferte AKA „ABK MEMES“, die seit Jahren mit ihren humorvollen, subversiven und reflektierenden Beiträgen den universitären Alltag an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart kommentiert. Ihre Instagram-Präsenz „ABK Meme“ fungiert nicht nur als Spiegel des studentischen Lebens, sondern auch als Medium für Kritik, Vernetzung und Selbstermächtigung. Ihr Vortrag zeigte eindrucksvoll, wie Memes weit über bloßen Internet-Humor hinausgehen und eine eigenständige visuelle Kulturform darstellen können, die digitale Öffentlichkeit und künstlerische Praxis miteinander verbindet.
Memes zwischen Theorie und Architektur
Die theoretische Perspektive brachte Philipp Krüpe ein, der Memes unter anderem anhand von Begriffen wie Authentizität, Ideologie, Kritik, Performativität und Vernakularität einordnete. Er stellte dabei Verknüpfungen zur Architekturtheorie her und analysierte, wie sich Memes als mediale Form in soziale, ästhetische und politische Strukturen einfügen. Besonders spannend war seine Untersuchung der Mechanismen, durch die Memes Bedeutungen erzeugen, mutieren und durch Ironie oder Überaffirmation Diskurse formen.
Interaktion und kritische Reflexion
Die anschließende Diskussion zeigte, dass Memes als künstlerische Strategie sowohl neue Formen der digitalen Sichtbarkeit ermöglichen als auch gezielt für Kritik und Aktivismus genutzt werden können. Die Teilnehmenden brachten eigene Erfahrungen und Beobachtungen ein, wodurch ein vielschichtiger Austausch über die Wechselwirkung von Kunst, Netz-Kultur und digitalen Öffentlichkeiten entstand.
Fazit und Ausblick
Das Werkstattgespräch machte deutlich, dass Memes als künstlerische Ausdrucksform ernst genommen werden sollten – nicht nur als spielerische Internetphänomene, sondern als Werkzeuge kultureller Reflexion und Intervention. Die Veranstaltung gab wertvolle Impulse für zukünftige Auseinandersetzungen mit digitalen Kunstformen und zeigte, dass die Grenzen zwischen Meme-Kultur, Kunst und Wissenschaft immer weiter verschwimmen.
Mit dieser Diskussion setzte YouTransfer e.V. einen weiteren wichtigen Akzent in der Veranstaltungsreihe „Kunst im öffentlichen digitalen Raum Stuttgart“ und bot eine Plattform für den interdisziplinären Austausch zwischen Praxis, Theorie und digitaler Kultur.
Wir danken allen Beteiligten für die spannenden Einblicke und freuen uns auf weitere inspirierende Gespräche in der Reihe! 🎭💻✨


